"Wollt ihr mich jetzt bitte endlich losbinden?", frage ich einen der Bärtigen Männer vor mir. Sie sind Zoowärter. Oder waren es. Überall auf dem kleinen Bauernhof, den sie für sich erobert haben wimmelt es von exotischen Tieren. Tiger, Gorillas, Elefanten und und und. Ich habe richtig Angst, dass sie mich als Spielzeug verwenden wollen.
"Halts maul. Du hast hier garnichts zu melden", brüllt einer der Männer. Er ist der größte von ihnen. Soweit ich weiß heißt er Bernie. Bärnie würde besser passen.
"Wir können dich auch verbrennen, wenn wir nicht mehr genug Brennmaterial haben", brüllt mir ein anderer entgegen.
"Wieso, er ist doch Brennmaterial", brüllt ein dritter. Es ist schon leicht beängstigend. Vor allem wenn man allein ist. Mein Kumpan ist ja leider irgendwie verschwunden. Ich weiß nicht wo er sein könnte. Er hat gestern Abend noch dagesessen in unserer Bude und etwas in sein Tagebuch geschrieben. Und als wir dann Bescherung machen wollten, war er plötzlich weg. Noch nichtmal seinen Tagebucheintrag hat er fertig geschrieben.
Und ich will jetzt hier weg.
"He, Fettsack", brülle ich, "Ich hab durst."
"Halts Maul, wir haben doch selbst nichts", brüllt Bärnie.
"Dann leistet mir doch wenigstens Gesellschaft"
"Wozu brauch ne Gitarre Gesellschaft?"
"Ich bin verdammt nochmal eine Ukulele!!!"
"Is ja gut. Luki also. Trotzdem kann man dich wunderbar anzünden"
Bärnie kommt näher. Ich kann ein Glänzen in seinen Augen sehen. Das kann nichts Gutes bedeuten. Im Hintergrund nähert sich ein Tiger. Schönes Tier eigentlich. Sind ja leider auch kurz vorm Aussterben. Andererseits habe ich andere Probleme. Bärnie hat mich hochgehoben und trägt mich in Richtung Feuerstelle.
"Lass mich sofort runter", rufe ich. Ich weiß genau, dass es nichts bringen wird, aber versuchen kann mans ja mal.
"Nö", sagt Bärnie erwartungsgemäß. Leicht vorhersehbar, der Typ. Gleich wird er laut auflachen, mich hochheben, den anderen zeigen wie toll er doch ist und mich dann ins Feuer werfen. Rosige Aussichten.
Bärnie kommt vor dem Lagerfeuer zum Stehen.
Er lacht laut auf. Step One: Check!
Er hebt mich hoch und zeigt mich der Runde - Step Two: Check! - und bezeugt mit ein paar Gesten, dass er körperlich durchaus stark ist. Geistig eher weniger. Step Three: Check! Verdammt, jetzt wirds knapp. Wenn mir nicht bald was einfällt, dann wirft mich der Kerl ins...
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