Donnerstag, 13. Dezember 2012

Kchr

Kchr Kchr Kchr
"Was machst du denn da drinnen", fragt die Ukulele vor der geschlossenen Badtüre.
"Ich rasiere mich.", sage ich hinter der geschlossenen Badtüre.
"Rasieren? Das klingt, als würdest du  einen Baum absägen"
Kchr Kchr Kchr
"Das liegt daran, dass ich ein und die selbe klinge jetzt schon seit längerer Zeit nutze."
"Achso"
Kchr Kchr Kchr
"Und die is halt jetzt stumpf und kratzt.", sage ich, "Seit zwei Monaten"
"Seit zwei Monaten? Mal dran gedacht ne neue zu kaufen?"
"Drann gedacht schon. Aber zu faul es auch zu tun."
Kchr Kchr Kchr
"Aber inzwischen ist es halt schon unangenehm", sage ich.
Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
"Was ist das denn jetzt wieder?"
"Mir ist eingefallen, dass ich ja noch den elektrischen Rasierer habe."
Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
"Ist der besser?"
"Nö"
Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
"Was is denn da drann anders?"
"Na, der is eben elektrisch... Und er funktioniert ncht ganz so, wie ich mir das vorgestellt habe."
Brrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr
"Warum?"
"Ich geh grad zum zehnten mal über ein und das selbe Haar. Des will nich weg."
Brrrrrr... Brrrr.. Brrr..br...r
"Was ist denn jetzt los?"
"Akku alle."
"Lass dir halt nen Bart wachsen"
"Ist auch keine schlechte Idee", sage ich, "Kriegen Ukulelen Bärte?"
"Hab ich mich jemals rasiert?", fragt die Ukulele.
"Ich dachte ja nur..."
"Du denkst viel zu viel", sagt die Ukulele, "Viel zu viel..."

Montag, 10. Dezember 2012

Sinnlos

"Kalmi schecktl ulff!", sagt die Ukulele.
"Pfrömmt, krk sischsari kopetli?"
"Aschma laud guzl kölästrt!"
"Hünpöffkall trin", sage ich, "estiz ni fönds"
"Is ja gut", sagt die Ukulele, "Reicht schon wieder."
"Och schade. Jetzt wos grade lustig geworden ist"
"Wenns am schönsten ist soll man aufhören"

Leicht enttäuscht verlasse ich den Raum. Immer wenns grade so richtig schön sinnlos wird, muss ich aufören. Das ist blöd. Ich hätte noch stundenlang sinnlos Buchstaben aneinander reihen können. Vielleicht sogar mit Sinn. Aber dann wärs ja nicht mehr sinnlos.
Überhaupt ist alles so sinnlos geworden. Die Menschen vegetieren nur noch dahin. Inklusive mir. Man steht morgens auf, macht was und geht abends wieder ins Bett. Wo bleibt da Platz für eigene Ideen, für eigene Kreativität? Wo kann man sich noch inspirieren lassen in diesem Brei aus Mainstream? Wo ist da noch Innovation? Wo ist Neues? Das Leben plätschert vor sich hin. Muss ja. Irgendwie. Aber es bleibt kein Platz mehr für selbstverwirklichung.
Alles sinnlos!
Akzpfö giguggl tamblim!

Samstag, 8. Dezember 2012

Hilfe zur Selbsthilfe

Der Kühlschrank ist leer.
Gestern war ich einkaufen.
"Warum ist der Kühlschrank leer?", frage ich die Ukulele.
"Ja, wenn niemand einkauft, kann man da nix machen.", sagt die Ukulele.
"Ich HABE aber eingekauft"
"Ja, gestern"
"Wie hast du in nur einem Tag einen vollgefüllten Kühlschrank leerbekommen?", frage ich.
"Party?", fragt die Ukulele.

Das erklärt einiges. Erstens, warum mich die Ukulele gestern Abend aus dem Haus geschickt hat. Zweitens, warum ich erst heute morgen wiederkommen durfte. Drittens, warum ich doppelt soviel wie sonst kaufen sollte. Und zu guter letzt, warum ich heute mit putzen dran bin. Andererseits bin ich immer mit putzen dran.

"Du bist heute mit putzen dran", sagt die Ukulele.
"Nä, den Dreck kannste selber wegmachen", sage ich, "Was soll denn das? Ich kauf ein, werd weggeschickt und kann dann noch deine Partyreste wegmachen."
"Aber des is doch kein Dreck", sagt die Ukulele, "Des sind Lebensmittel. In Afrika würden die sich freuen..."
"Wenn sie zertretene in Vodka marinierte Chips zu essen hätten", beende ich den Satz.
"Genau"
"Ich glaub die Leute in Afrika hätten sich mehr gefreut, wenn wir ihnen mit dem Geld, das ich für deine Party ausgegeben hab, ohne es zu wissen, zur Selbsthilfe geholfen hätten. Wie das immer so schön heißt."
"Eh, ja, da isses jetz zu spät."
"Nö", sage ich, "Du kanns jetzt schön deine Schulden abarbeiten. Dann kann man auch mal was Gutes tun."
"Wie denn?"
Ich deute auf die Verwüstung, die seit gestern hier herrscht.
"So.", sage ich.

"Och nö", sagt die Ukulele
"Och doch!"
"Ich weiß doch gar nicht wie das geht. Putzen und so"
Ich halte der Ukulele ein Buch hin. 'Saubermachen leicht gemacht'
"Was solln das jetzt?"
"Hilfe zu Selbsthilfe", sage ich.

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Club

Der Kuchen hat der Ukulele nicht geschmeckt.
Zu wenig Alkohol.
Auch war sie zutiefst enttäuscht dass keine Kerzen drauf waren.
Und dass der See aus Eierlikör inzwischen ausgelaufen war.

Als Trost soll ich mit ihr in einen Club gehen.
„Haste überhaupt einen Ausweis?“, frage ich. Wir stehen in einer langen Schlange vor genau dem Club, vor dem ich immer am meisten Angst hatte.
„Nö“, sagt die Ukulele.
„Musiker?“, fragt der Zwei-Meter-Fünfzig-Türsteher.
„Was“, frage ich.
„Ob se Musika sin.“
„Ja“, sagt die Ukulele und schleift mich nach drinnen. Verdammt.

Es ist schlimmer als ich es mir vorgestellt habe.
Alles ist schwarz.
Auch das Licht.
Mein T-Shirt nicht.
Das ist weiß.
Ich bin zur einzigen Lichtquelle in einem riesigen, schwarzen Nichts mutiert. Ich hasse sowas. Dabei hat mir die Ukulele doch extra gesagt ich soll was weißes anziehen
„Wieso hast du mir gesagt ich soll was weißes anziehen?“
„Ich wollte sehen wie die Leute hier reagieren.“
„Achsooooo. Na dann passts ja“

Tatsächlich reagieren die schwarzen Gestalten. Eine große, mit langen, schwarzen Haaren und einem kleinen schwarzen Bärtchen kommt auf mich zu. Auf seinem T-Shirt steht „Heute schon geritzt?“.
Ich befürchte der meint das ernst“, sage ich zur Ukulele, als mein mir immer näher kommendes Gegenüber ein Messer zieht.
„Die haben hier auch den Arsch offen“, sage ich, als mich dichte Nebelschwaden einhüllen.
„Also ich finds gut“, sagt die Ukulele, „Abgesehen von der Tatsache, dass wir den Typen mit Messer nicht mehr sehen.“
„Ich spüre ihn“, schreie ich. Eine scharfe Klinge hat meinen linken Arm mit einem roten Strich verziert, aus dem das Blut nur so strömt.
„Irgendwie kommt mir die ganze Sache hier sehr komisch vor.“, sage ich als wir bereits im Blut schwimmen. Wir werden in einen riesigen roten Strudel gezogen.
„Eigentlich ganz lustig“, sagt die Ukulele, „Wie auf'm Jahrmarkt“

Als ich mich auf eine Insel aus schwarz gekleideten Körpern retten kann ist die Ukulele verschwunden. Der Himmel hat sich blutrot gefärbt. Apokalyptische Gestalten kommen und zerstören alles was noch nicht zerstört ist. Ein großer schwarzer Engel trägt mich einige Kilometer nach oben und lässt mich los.

Ich lande unsanft auf dem harten Holzboden. Ein Bein hat es geschafft im Bett liegen zu bleiben. Ich verrenke mich, stehe auf und mache mir erstmal einen Kaffee.

Montag, 3. Dezember 2012

Geburtstag

Die Ukulele hat Geburtstag.
Morgen.
Zum fünfzehnten Mal.
In diesem Jahr...

Und zum fünfzehnten Mal in diesem Jahr habe ich die Ukulele aus dem Haus geschickt.

„Der Trick mit dem Freibier klappt jetzt zum fünfzehnten Mal.“, sage ich zu meinem Kumpel, der mir helfen soll mir zum fünfzehnten mal in diesem Jahr ein Geschenk auszudenken.
„Wie wärs mit nem Kuchen?“, fragt mein Kumpel.
„Ne, müsste schon ne Torte sein“
„Am besten mit viel Alkohol“
„Die Ukulele frisst alles“

Wir haben ein altes Eierlikörkuchenrezept gefunden. Sämtliche Eier wurden durch Likör ersetzt.
„Das reicht nicht“, sage ich, „Der ganze Alkohol verdampft doch beim Backen“
„Dann müssen wir das mit ner großen Flasche STROH80 tränken“

Der Kuchen ist fertig gebacken.
Wir tränken ihn mit STROH.
STROH40.
Die kleine Flasche.
War billiger...
Es ist sowieso viel zu viel.
Um den Kuchen zu retten stechen wir verzweifel Löcher hinein. Tatsächlich saugt er den restlichen Rum noch auf. Wir haben noch eine ganze halbe Flasche Eierlikör.

Der aus Sahne geformte Eierlikörpool ist nicht sehr stabil. Und voll bis zum Anschlag. Beziehungsweise jetzt nicht mehr.
„Du hättest den Kuchen nicht hochheben sollen“, sagt mein Kumpel.
„Das is ne Torte. Und außerdem“, sage ich, „Ich weiß nicht genau, wie viele Kerzen ich da drauf tun soll“
„Am besten gar keine.“

Ich halte mich an den Rat meines Kumpels. Er hat oft gute Ratschläge parat. Von ihm stammt auch die Idee meine Memoiren aufzuschreiben.
„Da steht mein Name gar nicht“, sagt mein Kumpel.
„Tja, dann sag ihn doch einfach“
Er sagt seinen Namen.
„Hat nicht funktioniert...“, sage ich