„Giddn Dach, isch hädd'n kleenes Päckschn für Sie.“
„Öh, des is aba rüschtsch nedd vön ihn' “, antworte ich dem Paketzusteller aus dem sehr nahen Osten in seinem Heimatdialekt, „Dann gäbmse döch ma hea.“
Er drückt mir das kleine, notdürftig zugeklebte Paket in die Hand. Nach der ihm obligatorisch geleisteten Unterschrift schließe ich sofort die Tür.Bestellt habe ich nichts und Briefbomben oder Morddrohungen erwarte ich eigentlich auch nicht.
Auf dem Adressaufkleber steht undeutlich der Name meines Vormieters. Ich weiß nicht viel von ihm, habe nur gehört, dass er wohl verrückt geworden ist. Man behauptet er habe mit allen möglichen Gegenständen gesprochen. Bevorzugt mit Musikinstrumenten.
„Oh, eine kleine Gitarre!“
Ich freue mich, denn ich mag Saiteninstrumente. Die kann man wunderbar auf Bühnen zerschlagen.
„Also, erstens bin ich eine Ukulele, und zweitens mag ich es gar nicht, eingepackt zu sein!“, sagt die kleine Gitarre.
„Äh, aber Gitarren können doch gar nicht sprechen“, staune ich.
„Würdest du mich jetzt bitte hier raus holen?“
Ich hebe die Ukulele aus der Karton. Schnurstracks geht sie in die Küche.
„A-aber, Ukulelen können doch gar nicht..“
Sie öffnet den Kühlschrank und holt sich einen Energydring, der angeblich Flügel verleihen soll, heraus. Es ist mein letztes.
Sie öffnet den Kühlschrank und holt sich einen Energydring, der angeblich Flügel verleihen soll, heraus. Es ist mein letztes.
„Hey, das ist mein letztes Redbull!“, sage ich um meine Gedanken auch meinem Gast mitzuteilen.
„Das macht nichts. Haste Vodka da?“
Ich reiche der Ukulele eine Flasche und beobachte sie dabei wie sie sich einen Vodka-RedBull mischt, der jedoch zum größten Teil aus Vodka besteht. Wie macht sie das, ohne Hände? Ich bin leicht verwirrt.
„Was schauste denn so belämmert?“, fragt die Ukulele,
„Das
musst du dir abgewöhnen, wenn ich hier wohnen soll!“
Also bei sächsischen Postboten hört der Spaß auf!
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